SC Bogenhausen III vs BSG Markt Schwaben 5:2 (2:1)
Bei überraschend sommerlichen Temperaturen traf unsere Reserve an diesem Wochenende auf die Elf des BSG Markt Schwaben, welche nach einem 5:2 Erfolg gegen den ESV München-Ost am letzten Wochenende anreisten. Unsere Akteuere waren daher bereits ausreichend vorgewarnt.
Dennoch begann die Mannschaft von Coach Udo Deseive überraschend schwach, fast schon mutlos und dies obwohl an sich die meisten entscheidenden Akteure von Beginn an mit von der Partie wahren. Die Gäste glänzten vor allem durch agressives Forechecking, welches unsere Defensive ein ums andere mal in Verlegenheit brachte, da unser Mittelfeld zunächst die Arbeit zu verweigern schien! In Ermangelung von Anspielstationen hatte die Defensive lediglich die Auswahl mit riskanten Manövern aus der Abwehr zu kombinieren oder über weite Bälle zu agieren. Zunächst versuchte man mit Kombinationsfußball aus der eigenen Abwehr zu kommen. Hier unterliefen aber fortlaufend Paßungenauigkeiten oder technische Unzulänglichkeiten, welche zu unnötigen Ballverlusten und damit zu Torgelegenheiten für die Gäste führten.
In der 20 Spielminute vertendelte Dominik Eitel den Ball ca. 30 Meter vor dem Tor. Der Gästespieler spielte diesen sofort steil in die Spitze auf deren Stürmer, welcher etwas glücklich an David Schiergens vorbei von halbrechts im 16er per Flachschuß ins lange Eck verwandeln konnte. Auch die nächsten 10 Minuten war keine Reaktion seitens des SCB erkennbar.
Ab der 30 Spielminute dann zunehmend mehr Bewegung, Einsatz und auch zutrauen im Bogenhausener Spiel ohne jedoch Durchschlagskraft zu entwickeln. Hier brachte uns Markt Schwaben mit der Torwartpersonalie wieder zurück in die Partie. Ein Verteidiger warf einen Einwurf zurück zu deren Keeper, welcher absolut unbedrängt, wohl in Unkenntnis des derzeitigen Regelwerks, den Ball mit der Hand aufnahm. Nach Reklamation durch unsere Elf entschied der in der Summe schwache Unparteiische auf indirekten Freistoß. Timmy Krettler und Sinan Khorasani standen rechts im 16-Meterraum der Gäste etwa 7 Meter von der Grundlinie entfernt um den Freistoß auszuführen. Torentfernung dabei circa 10 Meter. Krettler legte kurz auf Khorasani ab, welcher als Linksfuß für die Ausführung prädestniniert erschien. Gnädigerweise taten uns die Gegner hier den Gefallen ihre gestellte Mauer aufzulösen und Khorasani schloß sehenswert “trocken” ins kurze Eck ab.
Ein wahrlicher Aufreger in der 35 Spielminute. Hier tankte sich Adama Ba schön an 2 Gegenspielern vorbei und war auf dem direkten Weg zum Tor, als ihn der Libero der Gäste verhemment von den Beinen holte. Der Ball war zu diesem Zeitpunkt gar nicht spielbar. Obwohl das Foulspiel nur den Beinen von Adama galt und zudem vom letzten Mann, welcher noch in das Geschehen eingreifen konnte um ein Tor zu verhindern, begangen wurde, sprach der Referee hier eine ungenügende Verwahrnung aus.
Dennoch war unsere Elf jetzt zunehmend spielbestimmender und versuchte sich ihrerseits mit ein wenig Pressing auf die technisch eher unbeschlagenen Abwehrspieler der Markt Schwabener. Kurz vor der Halbzeit konnte so ein ungenauer Paß von Timmy Krettler abgefangen werden, welcher mit unglaublicher Präzision über rund 35 Meter einen Flachpaß exact in den Laufweg von Adama Ba passte. Adama lief alleine auf das Tor zu und ließ sich nicht lange bitten. Ba verwandelte mustergültig zur etwas glücklichen 2:1 Halbzeitführung.
In der Halbzeitpause wurde die mangelnde Laufbereitschaft deutlich angesprochen und sich für Hälfte zwei so einiges vorgenommen.
Berauschend das Spiel der Bogenhausener nach dem Wiederanpfiff. Ballstaffeten über 14 Stationen und mehr ohne die geringste Möglichkeit für die Gäste einzugreifen, so daß einige Gäste vollends die Orientierung verloren. Timmy Krettler lief nach einem Paß auf die linke Abwehrseite völlig freistehend Richtung Gästegehäuse, sah den mitgelaufenen Adama Ba, spielte quer und Adama hatte keine Mühe den Ball einzuschieben.
Gleich im Anschluß ein Ballgewinn von Timmy Krettler 30 Meter vor dem Tor, ein kurzer Blick und ein Schuß mit durchaus kurioser Flugbahn aus dem Stand direkt in den linken Winkel der Torumrandung. Timmy Krettler krönte damit seine überragende Offensivleistung und traf damit in bislang jeder Partie. Er trägt damit maßgeblichen Anteil am bishererfolgreichen Saisonverlauf.
Interessant das etwas überzogene Hacke-Spitze eins, zwei, drei, welches unsere Elf im Anschluß an den Tag legte. In der Summe zwar äußerst unterhaltsam für die Zuschauer, doch wenig zielführend und am Rande der Unsportlichkeit. Hier die Bitte an die Akteure auch bei einem in dieser Phase hoffnungslos überforderten Gegner, derlei Vorgehen zu unterlassen und sich schlicht und einfach auf eine sportlich gewinnbringende Spielweise zu beschränken.
Die meisten Akteure ließen sich von diesem Übermut anstecken und so war die eher schüchterne Zurückhaltung streckenweise maßloser Überheblichkeit gewichen. Hier fiel sich Dominik Eitel selbst zum Opfer, als er in der 76 Spielminute völlig unnötig ein Dribbling gegen drei Gegenspieler suchte. Auf dem stumpfen Geläuf des Kunstrasens blieb der Ball liegen und Eitel kam zu Fall. Der freiliegende Ball wurde erneut schnell in die Spitze gespielt und die Gäste bestraften unsere Mannen artgerecht mit dem 2:4 Treffer. Der sourerän agierende Torhüter des SC Bogenhausen David Schiergens fuhr nach dem zweiten absolut überflüssigem Gegentreffer hier völlig Rechtens aus der Haut. Trotz der beiden Gegentreffer bot Dominik Eitel in der Summe dennoch eine gute Partie, ebenso wie Fritz Heigl und Zsolt Szabo. Georg Ramml konnte nicht ganz an die Leistung vom letzten Sonntag anknüpfen. Lars Böttcher hingegen kam in Hälfte zwei, wie alle Akteure, besser ins Spiel. Patricio Aguilar und Jairo Robles konnten mit ihrer starken Technik ebenfalls brillieren.
Den Schlußpunkt setzte nochmals Bogenhausen mit einer schönen Hereingabe von Sinan Khorasani auf den eingewechselten Andreas Superina. Akrobatisch nahm Superina die etwas ungenaue Hereingabe gegen seine eigene Laufrichtung mit. Dies war so überraschend, dass auch die Gästeverteidiger ins Leere liefen. In Gerd Müller Manier sprang Superina grätschend in den Ball und verwandelte mit den linken Fuß ins untere rechte Eck des Gehäuses. Superina hat damit hoffentlich seine Abschlußschwäche aus den ersten Begegnungen hinter sich gelassen und wieder zu alten Sürmerqualitäten zurückgefunden.
Trotz eines Spieles weniger steht die Elf damit auf einem verdienten 3ten Tabellenplatz. Am kommenden Wochenende erwartet uns beim ESV München-Ost allerdings ein erneut unbequemer Gegner, den es nicht zu unterschätzen gilt. Zumal der ESV auch hier mit Verstärkung aus der ersten Mannschaft aufwarten wird und an diesem Wochenende den SV Studentenstadt überraschend mit 2:0 bezwang.

